Wir starteten an einem sonnigen Donnerstagmorgen in Kreuzlingen. Die Einbootstelle am Hafen war schnell gefunden und auf dem angrenzenden Parkplatz war das Auto bis zum nächsten Abend gut aufgehoben.
Die ersten Paddelschläge führten uns aus der kleinen Hafenbucht heraus, vorbei an dem dort festgemachten Kursschiff ‚Arenenberg’.
Schon waren wir auf dem offenen Bodensee, wo der Blick in Richtung Osten nichts als Wasser zeigt. Wir hielten uns links nahe dem Ufer, vorbei an der Hafeneinfahrt von Konstanz mit ihrer charakteristischen Imperia – Statue.
Entlang der schönen Kulisse von Konstanz zog es uns quasi in den Seerhein. Dieser Flussabschnitt ist ziemlich breit und man meint wohl darum, dass man kaum vorwärts kommt. Wenn man aber an einem Pfosten für die Fahrrinnenmarkierung vorbei kommt, sieht man, dass man doch recht schnell unterwegs ist. Nach etwa vier Kilometern war das Gefälle zwischen den Seen dann aber überwunden und der Antrieb musste fast komplett von den Paddeln bzw. aus den Armen kommen.
Die ersten Kilometer auf dem Untersee gestalteten sich recht einfach und gemütlich. Bei kaum Wind und herrlichem Sonnenschein paddelten wir mitten über den See zwischen einerseits den Orten Ermatingen und Stad und andererseits der Insel Reichenau hindurch. Das Wasser war meist kaum tiefer als einen Meter. Deshalb machen die Kursschiffe, wie auch die bereits erwähnte ‚Arenenberg’ einige Kurven auf ihrer eigentlich eher geraden Route, aber mit ein bisschen Umsicht macht das für Paddler keine Probleme.
Unsere erste Rast machten wir auf einer kleinen Badeinsel beim Strandbad nach Stad. Nach dem Picknick und einer Abkühlung im Wasser machten wir uns dann mit einer dicken Portion Sonnencreme auf den Schultern wieder auf den Weg gen Westen.
Bereits nach kurzer Zeit aber erschwerte aufkommender Gegenwind unser Vorwärtskommen. Nur sehr mühsam und langsam arbeiteten wir uns Meter für Meter und ganz nah am Ufer entlang an Mannenbach vorbei nach Berlingen. Wahrscheinlich ist der Wind nicht einmal so stark gewesen, aber der Kanadier bietet doch eine recht grosse Angriffsfläche und nachdem man so eine Weile gegen den Wind gekämpft hat und die Arme schwer werden, meint man, in einem tosenden Sturm unterwegs zu sein.
In Berlingen endet die erste der beiden im Buch beschriebenen Bodensee - Etappen. Bei der Planung der Tour hatte ich aber das Gefühl, das 13 Kilometer für eine Tagestour eher wenig wären und man doch beide Etappen an einem Tag schaffen sollte. Inzwischen weiss ich, dass es bei Kanutouren auf dem See vor allem auf das Wetter ankommt und letztlich der Wind entscheidet, wie weit man kommt. Wir hatten hier jedenfalls erst die Hälfte unseres geplanten Tagespensums zurückgelegt und unsere Arme waren bereits recht schwer.
Als wir endlich Steckborn erreichten, war es schon Nachmittag. Wir trafen dann die Entscheidung, trotz des Windes, den hier immer noch gut 1000 Meter breiten See zu überqueren, was letztlich auch gut ging.
Dieses Manöver rettete uns schliesslich unseren Zeitplan, denn kaum am gegenüberliegenden Hemmenhofen angekommen, verschwand der Wind und wir konnten ganz leicht im Schutz der deutschen Uferhänge weiterpaddeln.
Nach einer weiteren Verpflegungs- und Badepause waren dann die nächsten Kilometer an den schönen, meist wilden und naturbelassenen Nordufern schnell passiert und wir begannen, die Strömung wieder zu spüren. Ein herrliches Gefühl, dass das Boot so leicht zu paddeln war – hinzu kam die Erleichterung, das Tagesziel nun wohl doch noch zu einer relativ normalen Zeit zu erreichen.
Gegen 19 Uhr dann empfing uns die wunderschöne Kulisse von Stein am Rhein mit ihren umliegenden Bergen. Die geplante Stelle zum Auswassern war leicht gefunden, und nachdem das Boot auf dem Trockenen lag, verabschiedeten wir uns vom Untersee noch einmal mit einigen Sprüngen ins Wasser.
Am Abend liefen wir noch durch die sehr schöne Altstadt von Stein am Rhein bevor wir in unserem Hotel rasch in tiefen und wohlverdienten Nachtschlaf fielen.

